Wer sich Magdenau nähert gelangt in den Bann der schmucken Baugruppe. Ein Schatz in verschwiegener Geländekammer tut sich auf. Eine weihevolle Stimmung breitet sich über diesem abgeschiedenen Ort aus; wo sich Natur und Kultur, Geschichte und Gegenwart, Mensch und Gott begegnen.
Das Klostergebiet Magdenau liegt wie eine Oase im dichtbesiedelten Dörferdreieck Flawil-Uzwil-Degersheim. Der idyllische Weiler Magdenau ist der kunsthistorisch und geschichtlich wertvollste Gemeindeteil.
Das Zisterzenserinnenkloster Magdenau kann seine Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Mit der Stiftungsurkunde vom 3. April 1244 erhielt das Kloster von Ritter Rudolf Giel von Glattburg und seiener Gertrud den Grundbesitz, der noch heute den wirtschaftlichen Grundstock bildet. Es wurde 1278 vom Konstanzer Weihbischof Ptolomäus, Titularbischof von Sardes, geweiht. Wenig später erhielt die Kirche ein prachtvolles Chorgestühl, das sich bis heute erhalten hat. Im Kapitelsaal haben sich spät gotische Fresken, 1477 gemalt, erhalten. Sie machen wahrscheinlich, das mindestens im Osttrakt mittelalterliches Mauerwerk vorhanden ist.
Die heutige bauliche Prägung erhielt die Klosteranlage im 17. Jahrhundert. Unter der zielstrebigen Bauherrin Margareta Fry, zuerst als Schaffnerin, dann als Äbtissin, wurden Kirche und Kloster erneuert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen weitere Gebäulichkeiten dazu, so das Ökonomiegebäude und das Haus des Beichtigers. Von besonderer Bedeutung ist das Gästehaus, mit seinem Bernhard- und Prälatenzimmer. Herrliches Prunktäfer, Rankenschnitzerei mit vegetabilen Motiven und ein Rokokoturmofen sind in seltener Pracht erhalten.
Das Kloster kann nur auf Voranmeldung besucht werden. Der 1977 von der Gesellschaft für schweizreische Kunstgeschichte herausgegebene und von Herrn Bernahrd Anderes verfasster Kunstführer über Magdenau enthält Angaben über Geschichte, Baugeschichte und Umgebung des Klosters. In dieser Schrift findet der interessierte Leser auch weitere Literaturangaben.
www.kloster-magdenau.ch